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SGZ: Schreiben gegen die Zeit - ein Wort als Vorgabe, eine Stunde Zeit zum Schreiben - Texte unserer Mitglieder
Ob jung ob alt - ein Text zum Thema "Berg" von unserem Mitglied emeus



Wie eine Wand türmt sich das Thema auf, wie jene kerzengerade Felswand der Spiegelsteine. Da kletterten wir hoch und mir riss die Schrittnaht der engen Jeans, die wohl kaum geeignet war für eine Bergtour. Die Untenstehenden lachten über meine orangefarbene Bikinihose, die ich darunter trug. Warum eigentlich hatte ich die Bikinihose angezogen an diesem Kletterwochenende mit den Alpenvereinlern?

Wie ein Berg türmt sich die Arbeit am Thema auf, als wäre es eine Riesenleistung ein paar Sätze auf die Welt zu bringen. Für mich, die ich inmitten der Berge wohne.

Apropos jenes Kletterwochenende: Ich war 16, meine Schwester war 17 und wir beide kassierten unsere letzte Ohrfeige von Papa. Ich weiß genau, wo diese pädagogische Maßnahme stattgefunden hat, nämlich im Obergeschoss direkt vor der Badezimmertüre. Wir beide waren bereit zu gehen, mit Übernachtung im Freien, mit Mädchen und Burschen, Rosi mit ihrem Harald, ich mit meinem Axel. Aber Papa und Mama waren verzweifelt. Sie konnten es keinesfalls erlauben. Was heißt erlauben? Sie konnten es niemals dulden. Doch wir zwei Töchter, wir zwei einst braven artigen Mädchen, wir würden einfach gehen. Und wir sind gegangen. Damals. Auweia.

Die Jungs des Alpenvereins kannten sich bestens aus. Routiniert befestigten sie das Kletterseil in der Steilwand. Einer nach dem anderen und eine nach der anderen kletterten wir hoch und setzten uns etwa zwanzig Meter hoch oben auf die Grasfläche. Es würde mich eigentlich interessieren, ob es diesen Felsen noch gibt. Oberhalb von Feldkirch. Jedenfalls platzte mir die Schrittnaht und eine knallorange Unterhose leuchtete nach unten.

Oben stellten wir Zelte auf. Wir sammelten Holz für ein Lagerfeuer. Rosi und ich, wir hatten freilich keine eigenen Schlafsäcke dabei. Für Harald und Axel kein Problem. Man hilft sich gegenseitig. Man wärmt sich. Man singt am Lagerfeuer. Man betrachtet die Sterne über den Bergen. Man küsst sich und so weiter.

Für mich bleibt in erster Linie die Erinnerung an diese eine letzte Ohrfeige.

Papa war verzweifelt.

Ich war stur.

Es war meine einzige Klettertour.

Heute gehe ich eher gemächlich, aber regelmäßig. Der Kummenberg ich mein Hausberg. Er ist exakt 666 Meter hoch. Götzis liegt etwa auf 400 Höhenmetern. Also bezwinge ich durchschnittlich zwei Mal die Woche einen Aufstieg von 266 Höhenmetern. Niemand hindert mich daran. Ich darf das. Der Kummenberg ist immer schön, zu jeder Jahreszeit. Im Winter nahm ich schon die Rodel mit und sauste den Waldweg herab, mit meinen sechzig Jahren, knapp an den Bäumen vorbei. Im Sommer genieße ich die Kühle des Waldes. Im Frühling zwitschern die Vögel und sprießen die Buchenblätter und strahlt die Sonne mit frischer Kraft durch die Fichten und Tannen. Im Herbst sammle ich Echte Reitzker und beobachte die fleißigen Eichhörnchen.

Ich gehe mit meiner Busenfreundin, die mir treu zur Seite steht seit unserer Schulzeit. Der Wald bewahrt alle unsere Geheimnisse, die wir einander anvertrauen. Der Wald nimmt unsere Sorgen mit unseren Männern auf, atmet unsere körperlichen Leiden und unseren Weltschmerz und unsere Zukunftsängste ein und verwandelt sie auf wundersame Weise in neue Kraft und Leichtigkeit.

Frisch und fröhlich kehren wir zurück in unseren Alltag im Wissen, dass wir das schönste Leben haben, in Dankbarkeit für diesen hübschen kleinen bewaldeten Steinhaufen und für unsere ewige Freundschaft.

Zitat
Körper und Stimme leiht die Schrift dem stummen Gedanken, durch der Jahrhunderte Strom trägt ihn das redende Blatt.

Friedrich Schiller (1759 - 1805), deutscher Dramatiker, Dichter, Philosoph
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