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SGZ - ein Wort als Vorgabe, eine Stunde Zeit zum Schreiben - Texte unserer Mitglieder
Helen - ein Text zum Thema "Klar" von unserem Mitglied falky67



Helen lief einfach weiter. Die Tränen strömten nur so und sie ließ es geschehen. Warum sollte sie jetzt noch so tun, als wäre es ihr nicht egal. Sollten doch alle sehen, wie es um sie stand.

Bis vor kurzen hätte sie alles geleugnet, hätte standhaft versucht, die Tränen zu unterdrücken und wäre stark gewesen. Doch zu diesem Zeitpunkt wusste sie auch noch nicht, dass alles eine Lüge war.

Erst als sie an der großen Schlucht ankam, dort, wo sie Ramir das erste Mal traf, erst da stoppte sie. Ihre Tränen versiegten langsam, es war nichts mehr da, sie hatte alles verloren.

Langsam ging sie in die Knie, strich sich die kurzen blonden Locken aus dem Gesicht und ließ den Kopf sinken. Ihr Blick war immer noch getrübt und ihre Augen brannten.

Ramir. Wie konnte sie nur denken, dass er je etwas für sie übrig gehabt hatte? Alle hatten es gewusst, nur sie war blind gewesen, blind vor Liebe. Sie hatte geglaubt, dass es Ramir egal war, wer ihr Vater war. Dass er sie um ihretwillen liebte. Denn als er sie hier, an dieser Schlucht traf, konnte er noch nicht wissen, dass sie die Tochter des Earl of Jaila war, des obersten Regenten in Oriakna. Jedenfalls dachte sie das. Denn Niemand kannte ihr Antlitz, wurde sie doch seit ihrer Geburt wie ein großes Geheimnis behütet. Dafür wuchs sie wie ein Junge auf, unter dem Namen Neleh. Sie lernte den Umgang mit dem Schert, konnte reiten und genauso fluchen wie jeder verdammte Soldat in diesem Land. Nur einmal versuchte sie dem zu entfliehen und genau da begegnete sie Ramir. Wie hätte sie ahnen können, dass er das alles geplant hatte? Wie hätte sie ahnen können, dass er bereits vor ihrem Treffen wusste, das Helen und Neleh ein und dieselbe Person war? Und das sein einziger Beweggrund der Tod ihres Vaters war?

Wieder sah sie den Saal vor sich, Ramir, in den Gewändern des Gemahls, sie am Ziel ihrer Wünsche, den Brautschleier noch vor dem Gesicht. Gerade waren sie vermählt worden. Doch als ihr Vater Ramir gratulieren wollte, stach dieser zu. Als sie entsetzt in sein Gesicht starrte, war da nichts mehr von der Liebe, die er ihr angeblich entgegen brachte. Nur Abgrundtiefen Hass sah sie in seinen Augen. Als sie „Wachen, ergreift ihn rief“ Lachte er nur bösartig.

„Glaubst du wirklich, die Wachen werden von einer Frau, die sie nie gesehen haben, Befehle entgegen nehmen? Ab heute werde ich offiziell der Earl of Jaila sein. Und selbst du kannst es nicht verhindern. Denn ich werde meiner Frau nie gewähren, außerhalb des Harems zu verweilen.“ Dabei lachte er und riß ihr den Schleier vom Gesicht um sie besitzergreifend zu küssen.

Doch sie r4eagierte eher instinktiv, trat zu und stieß ihre Faust nach oben. Sie traf Ramir am Kinn und dieser taumelte getroffen zurück. Dabei riss er ihr den Schleier vom Gesicht. Sein Gesicht war wutverzerrt, seine Augen funkelten böse und sein Mund war zu einer Grimasse verzerrt.

„Du Schl…“ weiter kam er allerdings nicht. Denn er kannte sehr wohl Helen, von Neleh hatte er nicht die geringste Ahnung. Und so konnte er von dem Kurzschwert nichts wissen, das sie als Tochter des Earl immer bei sich trug. Denn nicht die Männer waren in Oriakna die wahren Herscher. Es waren schon immer die Frauen und das Kurzschwert, das Nehel mit einer fließenden Bewegung über Ramirs Kehle zog, gehörte einst ihrer Mutter, die leider bei ihrer Geburt verstarb. Als die Wachen einrafen, liefen Helen die Tränen über das Gesicht und sie lief davon.

Nun hab sie den Kopf. Sie sah endlich klar, wusste nun, warum ihr Vater sie so behütet hatte. Und doch hatte es sein Leben gekostet. Sie entledigte sich des Hochzeitsgewandes. Als sie nur noch in ihren kurzen Unterhosen und dem Leibchen da stand, warf sie den Rest in die Schlucht. Ab heute würde sie Nehel sein und ihr Land regieren. Helen fiel gerade in die Schlucht. Wie ein Vogel im Wind glitt ihr Brautgewand, auf den Schwingen des Windes in die Ungewissheit.

Vielleicht, irgendwann, wäre es ihr gewährt, zurück zu kehren. Doch nicht jetzt. Ihr Auftrag war klar. Sie musste ein Land regieren. Und das hatte ihr Vater rechtzeitig erkannt, das konnte Nehel viel besser. Sie wandte sich vom Abgrund ab und schritt, das Kurzschwert ihrer Mutter fest in der Hand, zügig zurück zum Palast.

Zitat
Körper und Stimme leiht die Schrift dem stummen Gedanken, durch der Jahrhunderte Strom trägt ihn das redende Blatt.

Friedrich Schiller (1759 - 1805), deutscher Dramatiker, Dichter, Philosoph
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